Frühjahrskur

Veröffentlicht: Dienstag, 13. Februar 2018

Es ist Februar und alles in mir ruft nach einer Frühjahrskur. Ich habe mich im letzten Jahr so sehr mit meinem eigenen Leben an den Zyklus der Natur angepasst, dass es jetzt einfach nicht anderes möglich ist, als mit einer Frühjahrskur meinen Körper für das Jahr zu stärken. Allerdings finde ich die ganz normale Frühjahrskur, bei der man einfach nur morgens, mittags und abends seinen Entschlackungstee trinkt, oder alternativ die klassische Fastenzeit zur Zucker-Entzugszeit macht, einfach nicht mehr ausreichend.

Viele Frühlingskuren konzentrieren sich nur auf Tee trinken und Zucker weglassen. Aber was, wenn wir plötzlich mit uns selbst nicht mehr klarkommen, weil wir merken, dass wir ein absoluer Zuckerjunkie sind? Oder wir Kopfschmerzen bekommen und uns schlecht wird? Oft höre ich dann "Ich vertrage das einfach nicht."  oder "Das ist nichts für mich." und dann wird die Kur eingestellt. Hier liegt aber der Knackpunkt. Eine Kur ist niemals nur auf den Körper bezogen, sondern entfaltet seine Wirkung im Ganzen: im Körper, im Geist und auch emotional. Das kann ziemlich hart sein. Ich möchte dazu aufrufen, sich selbst liebevoll an die Hand zu nehmen und eine Frühjahrskur als eine Art Transformation anzusehen. Nehmen wir uns den Raum um uns zu beobachten, unseren Körper wahrzunehmen und zu schauen, was passiert. Was für einen Einfluss hat das auf meinen Geist? Meine Laune? Mein Leben? Erwarte ich zu viel? Will ich mit dem Vorschlaghammer durch die Wand? Ist das überhaupt mein Tempo?

Es ist so wichtig, dass wir uns kennen lernen, dass wir in uns hineinlauschen und die Sprache unseres Körper kennen lernen.

Ich starte am nächsten Neumond, also am Donnerstag, den 15. Februar. Ich möchte gerne die Kraft des neuen Mondes nutzen, um mit voller Power durchzustarten. Und weil es zusammen so viel mehr Spaß macht, würde ich mich tierisch freuen, wenn sich noch ein paar finden, mit mitmachen wollen!

Und wie sieht die Kur nun aus? Eine Frühjahrskur, die der Reinigung und Entschlackung des Körpers gilt, sollte zwischen vier bis sechs dauern. Durch verschieden wirkende Kräuter regen wir unseren Stoffwechsel an und aktivieren gezielt verschiedene Organsysteme und unterstützen die Ausscheidung angesammelter Stoffe, die wir eigentlich gar nicht im Körper haben wollen. Die Kräuter werden als Tee zu sich genommen. Dazu kann man unterstützend auf seine Ernährung achten, vermehrt basisch essen, Bewegung in seinen Alltag einbauen. Soweit die klassische Nummer.

Wie weiter oben schon erwähnt, möchte ich aber die geistige und emotionale Komponente mit in meine Kur einbauen und mir selbst eine Art Wellness-Zeit verschreiben. Selbstliebe (er-)lernen steht auf dem Plan. Auch beziehe ich die feinstofflichen Botschaften der Pflanzen mit ein.

Und nun etwas genauer :).


Entschlackungstee

Während der Kur trinke ich 3 mal täglich eine Tasse Entschlackungs-Tee.
Mit einer Tasse Tee meine ich eine ganz normale Tasse, also ca. 150 ml. Keinen Becher. Das kann man natürlich auch machen, aber man sollte daran denken, dass man sich auf eine Kur eingelassen hat. Durch die im Tee enthaltenen Bitterstoffe schmeckt der Tee vielleicht im wahrsten Sinne des Wortes nicht ganz so rosig, und dennoch sollte der Tee morgens, mittags und abends regelmäßig getrunken werden, damit er auch seine ganze Heilkraft entfalten kann.  
Ich empfehle immer den Entschlackungsteeanteil langsam zu steigern. Am ersten Tag starte ich morgens mit einer Tasse, am zweiten trinke ich auch mittags eine und am dritten Tag bin ich bei drei Tassen am Tag angekommen.
Meine Entschlackungsteemischung wird sich dieses Jahr aus folgenden Kräutern zusammensetzen: Löwenzahnblätter und -wurzeln, Birkenblätter, Brennnesselblättern, Stiefmütterchen, Pfefferminze und Ringelblumenblüten. Ich habe noch fast alle Kräuter in meinem Kräuterschrank und mische die mir dann zurecht. Man kann sich aber diesen Tee auch direkt in der Apotheke mischen lassen, einfach fragen. Das machen die gern. Oder vielleicht mal nach einer regionalen Kräuterfrau schauen, oft haben sie auch Tee in den Hofläden. Alternativ kann man aber auch einen Tee im Biomarkt, Reformhaus oder in der Apotheke kaufen. Fragt oder schaut nach Entgiftungstee, Entschlackungstee oder Frühjahrskur-Tee (oder Ähnliches). Dann einfach mal die Zutatenliste durchstöbern. Hier bitte darauf achten, dass kein Aroma zugesetzt wurde.

Warum diese Heilkräuter? Ganz kurz und knapp, hier die Wirkung auf den Körper:
Löwenzahnblätter und -wurzeln
aktivieren Leber und Niere, sind stoffwechselanregend, gallensekretionsfördernd, verdauungsfördernd, harntreibend und tonisierend, das heißt sie wirken kräftigend.
Birkenblätter
sind blutreinigend und harntreibend.
Brennnesselblätter
haben eine stark entwässernde Wirkung (typisches Nierenkraut) und wirkt blutreinigend und stoffwechselanregend.
Stiefmütterchen
wirken blutreinigend und haben einen positiven Effekt auf unser Hautbild
Pfefferminze
wirken karminativ, also entblähend. Und schmeckt lecker ♥.
Ringelblumen
haben eine entzündungshemmende, gallenflussfördernde und leberstärkende Wirkung. Außerdem helfen sie den Lymphfluss anzuregen.
Klingt super, oder?

Und jetzt die feinstoffliche Wirkung, auch nur ganz kurz und knapp:
Löwenzahn
verleiht uns Kraft, Stärke und Mut und baut innere Spannungen und Barrieren ab. Kurz: Löwenzahn hilft dabei unsere Lebenskraft wieder zu finden.
Birkenblätter
Die Birke hilft uns dabei den ersten Schritt zu wagen, mit einer gewissen Leichtigkeit etwas Neues zu beginnen.
Brennnessel
verleiht uns Willensstärke und die Fähigkeit für uns und unsere Bedürfnisse einzustehen. Sie hilft uns geerdet zu bleiben.
wildes Stiefmütterchen
hilft dabei innere Erstarrungen und Anspannungen zu lösen, bringt Leichtigkeit zurück.
Pfefferminze
weckt uns auf und belebt den Geist. Das tut gut nach dem Winterschlaf.
Ringelblumen
lehren uns das Hinhören, in unserem Fall besonders das In-uns-selbst-Hineinhören. Lauschen wir auf unsere innere Stimme.

Was soll denn das jetzt bedeuten? Ganz einfach. Pflanzen sind mehr als nur Biomasse. Sie haben Botschaften für uns, eine Seele die zu unserer Seele oder zu unserem Herzen spricht und das Beste daran: unsere Seele (oder unser Herz) kann die Sprache der Pflanzen bestens verstehen! Deswegen fühlen wir uns von blühenden Rosen magisch angezogen, deswegen lieben wir blühende Kirsch- und Apfelbäume, deswegen holen wir uns Zimmerpflanzen in unsere Wohnung und deswegen lehnen wir uns zur Entspannung gerne an einen alten, dicken Baum. Jeder von uns kommuniziert auf subtile Weise mit der Welt der Pflanzen, ob es uns bewusst ist, oder nicht. Wir tun es einfach. Ist das nicht großartig?

Entschlackungstee Rezept
Meine Mischung wird wie folgt aussehen:
Löwenzahnblätter und/oder -wurzeln (je 10 g)
Birkenblätter (20 g)
Brennnesselblätter (20 g)
Stiefmütterchen (20 g)
Pfefferminze (20g)
Ringelblumenblüten (20 g)

Zubereitung:
Pro Tasse einen Teelöffel der Mischung mit heißem Wasser aufgießen, 5-7 Minuten ziehen lassen, abseihen. Am besten ungesüßt genießen, da sich der Zucker mit den Bitterstoffen nicht verträgt und die Heilwirkung sich nicht in voller Stärke entfalten kann. Mit Ruhe genießen.

Baden

Ich möchte mich gerne jede Woche ein- bis zweimal in die Badewanne legen.
Baden ist eine Auszeit, die ich mir so gut wie nie nehme. Wenn der Kleine im Bett ist, sind da abends meistens noch hundert Sachen die ich noch erledigen möchte. Meistens schaffe ich gar nichts davon und falle völlig platt aufs Sofa.
Bei dieser Bade-Auszeit werde ich es mir ganz besonders schön machen und in Epsomsalz oder Basensalz baden, mir zuvor einen Badetee aufgießen und jede Woche unter ein Thema stellen. Eine Woche möchte ich in Rose und Lavendel baden, eine Woche in Zitronenmelisse, ... Baden kombiniert die Punkte Gesundheitspflege und Selbstliebe auf eine wunderbare Art und Weise miteinander.

Zucker weglassen

Ja, auch ich will meinen Zuckerkonsum reduzieren. Dringend. Das wird sehr hart und ich hoffe, ich werde nicht zum marodierendem Zombie mutieren, wenn ich auf Zuckerdetox schalte. Ein bisschen graut es mir davor. Wenn ich ehrlich bin, graut es mir sehr davor. Aber was wäre das Leben ohne Herausforderungen?

Einölen

Wenn wir unseren Körper einölen, dann massieren wir gleichzeitig auch unsere Seele. Das ist so ein wunderbares Gefühl! Und wenn ich sage einölen, dann meine ich nicht, dass wir in Öl baden sollen und danach ewig warten bis alles eingezogen ist. Wenig ist hier mehr, glaubt mir! Mit ca. 2-3 TL (ja, Teelöffel!) voll Öl kann man den ganzen Körper einölen. Hierbei einfach einen Teelöffel voll Öl in die Handfläche geben, auf beiden Handflächen verteilen und dann sanft und leicht über die Haut streichen. Dann den nächsten TL verteilen und wenn man noch nicht bei den Füßchen angekommen ist, dann noch den dritten. Erst jetzt beginnen das Öl überall einzumassieren und richtig zu verteilen.
Das Schöne am Einölen ist nicht nur die Pflege, die wir uns gönnen. Sondern: Wir fassen uns an. Wie berühren unseren eignen Körper. Das macht man viel zu selten und oft weiß man gar nicht so richtig, wie er sich anfühlt, dieser Körper. Die Haut in der Kniekehle zum Beispiel. Ist sie nicht wunderbar weich? Am besten nimmt man hier ein pflegendes Bio-Körper-Öl. Man kann Mandelöl nehmen, Avocadoöl, Distelöl, Kokosöl - welches man gerne möchte.  Ich persönlich werde mich wahrscheinlich meistens mit einem selbstangesetzten Löwenzahn-Auszugs-Öl und Kokosöl einölen. Man kann hier so wunderbar kreativ werden, auch selbstangesetztes Lavendelöl bringt uns ganz schnell und sanft zur Ruhe. Ein Hinweis: Ich verwende keine ätherischen Öle, sondern nur Auszugsöle. Dazu an anderer Stelle mehr.


Während der ganzen Kur möchte ich versuchen mit mir selbst ins Reine zu kommen. Ich möchte, dass es mir leicht fällt. Und ich möchte keinen Druck aufbauen.

Hat jemand Lust mitzumachen? Wie sehen eure Kuren aus? Macht ihr so etwas überhaupt?

Alles Liebe, eure Miri


♥ Links zu allen Artikeln der Frühjahrskur 2018 ♥

Frühjahrskur, Woche 1
Beobachtungen während der Frühjahrskur

Vollmond während der Frühjahrskur und Reduzierung der Teemenge
... weiter mit der Kur.

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